Lago Magiore

Der Übernachtungstipp in der kleinen Vereins-Badeanlage ist super!(*) Nicht mal das Zelt muss ich aufbauen. In diesem Unterstell für Gartenmöbel ist genug Platz für Isomatte und Luftmatratze. Trotzdem schlafe ich erneut nicht gut. Erst feiern ein paar Typen in der Nähe auf der Straße, dann wurde es zu kalt, im Fleecepullie zu warm und zum Schluss schnattern ein paar Enten wie blöde rum – da sich mein Handyweckton genau so anhört, bin ich jedes Mal hell wach.

6:30 Uhr. Ich beginne den Tag mit eine Yoga-Session. Zum Schluss will ich noch ein cooles Yoga-Foto mit Selbstauslöser machen. Kamera aufstellen, schnell in die Asana, Bild kontrollieren, war nix, noch mal von vorn. Fürs doofe Foto wurde eine Yoga-Doppelstunde draus und am nächsten Tag hab ich Muskelkater. Zur Abkühlung geht’s wieder in den See und unter die genauso kalte Außendusche.

Alles verpackt. Schnell noch am GPS eine Route suchen – „Autobahnen meiden“ aktiviert. Als Ziel wähle ich einen kleinen Grenzübergang beim Laggo Magiore. Auf der Strecke liegt Interlaken – „Zwischen den Seen“. Die Stadt ist mir vom Gleitschirmfliegen wohlbekannt. Von Grindelwald gestartet, landete ich hier auf der großen Wiese, mitten in der Stadt. Heute wäre hierzu die Thermik zu schwach. Auf die ansässigen Tandemflieger ist dennoch verlass. Sie gleiten die „abenteuerlustigen“ Touristen durch die Lüfte.
Ich checke im Hooters ein. Natürlich nicht wegen des kurzen Höschens oder tiefen Ausschnitts der Bedienungen… 😉

Ferrari & Co oder die Custom Harley – auch in Interlaken zeigt sich so manch einer Pompös. Sehen und gesehen werden. Meine voll bepackte Tenere mit grüner Yoga-Matte passt nicht ganz vom Styling. Egal, ich bin nur Tourist und auf der Durchreise.

Ich folge weiter den Anweisungen des GPS. Frutigen, Adelboden, Kandersteg… Seltsam. Bin ich hier nicht schon mal mit dem Gleitschirm notgelandet und ist Tal nicht eine Sackgasse? Und was soll dieses komische Fährenschild auf dem Navi? Spätestens beim Kassenhäuschen hätte es mir dämmern müssen. Ich bezahle brav die 15 CHF und plötzlich führt die Straße auf einen Zug! Das hatte ich auch noch nicht, ein lustiges Gefühl von Wagon zu Wagon zu fahren und schließlich in einem geschlossenen Abteil zu parken.

Mit mir reist ein Schweizer BMW-Fahrer und seine blitzblank geputzt GS660. Er erklärt mir, dass viele Pässe noch zu sind und letztes Jahr ging um diese Jahreszeit gar nichts. Die Saison fängt diesmal früh an, meint er und gibt mir noch ein paar Tipps für schöne Passstraßen.

15 Minuten später sind wir in Goppenstein und ich folge weiter dem Navi, das mich über den 2000m hohen Simplon-Pass führt. Frisch ist es hier oben, es liegt noch ordentlich Schnee.
Um ein nettes Foto zu schießen fahre ich auf einen Schotterplatz und lege elegant die Yamaha auf die Seite. Ein Italiener hilft mir die schwere Maschine wieder hinzustellen – nix passiert, weiter geht’s.

Am Lago Magiore angekommen, steuere ich einen Campingplatz an. Heute keine Lust auf Nachplatzsuche. Nach drei Tagen, endlich mal aus den engen Funktionsklamotten raus und zur Abwechslung eine heiße(!) Dusche. Jetzt ab ins Restaurant, Pizza essen.

Heutige Statistik:
10:42 Uhr los, 17:14 Uhr angekommen, 263 km gefahren.
Ausgaben:
17 € Hooters Restaurant
13 € Verladestation Kandersteg
12,50 € Camping Platz
24 € Italiener
66,50 € Gesamt

(*) Damit Ihr meinen guten Willen seht: Bevor ich dort unbefugt nächtigte, habe ich im Internet nach dem Verein gesucht und sogar gefunden. Leider war die angegeben Telefonnummer nicht korrekt.

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2 Kommentare zu Lago Magiore

  1. Daniel Rintz sagt:

    cooles spaceshuttle cockpit. ich weiss nicht ob mir diese minimale technik genug wäre für diese reise…. ist ja nichtmal ein mircoeletronisch kompensierter fluxgenerator dabei.

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